Essen der Zukunft: Synthetisches Fleisch aus dem Labor?

Bis zum Jahr 2050 soll die Weltbevölkerung auf neun Milliarden Menschen steigen. Die natürlich alle ernährt werden wollen und müssen. Für die Landwirtschaft und Tierproduktion stellt das eine immense Herausforderung dar. Aber nicht nur aus diesem Grund ist synthetisches Fleisch aus dem Labor eine interessante Alternative.

Landwirtschaft und Tierproduktion – Warum wir Alternativen brauchen 
Der übermäßige Einsatz von Düngemitteln hat großflächig Böden zerstört, Wasser wird zur Mangelware, die Energiepreise steigen und der Klimawandel erschwert den Anbau in der Landwirtschaft zusätzlich. Das ist nicht nur in Hinsicht auf Obst, Gemüse und Getreide direkt für den menschlichen Speiseplan von Bedeutung. Auch die Produktion von Tierfutter, vor allem wenn dieser noch erhöht werden muss, ist davon betroffen. Die industrielle Tierzucht ist aber selbst bereits eine Belastung für die Umwelt. Unvorstellbare Mengen von Kot und Urin und der standardmäßige Einsatz von Antibiotika wirken sich negativ auf Boden aus Grundwasser aus.

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Sollte die Massentierhaltung noch vergrößert werden, wird das gravierende Auswirkungen haben. Hinzukommen wiederum das benötigte Wasser und die Energie, die zur Produktion eines Kilogramms Fleisch von Nöten ist. Von dem anhaltenden Tierleid ganz zu schweigen. Mit den derzeitigen Maßnahmen und Vorgehen sind neun Milliarden Menschen also kaum gesund zu ernähren. Damit liegt auf der Hand, warum Alternativen so dringend benötigt werden.


Fleisch aus der Petrischale
Nach einer nahezu schmerzfreien Zellentnahme werden diese im Labor vermehrt und ernährt, bis daraus eine verwertbare Menge Fleisch geworden ist – soweit das Ziel. Bis dahin könnte es aber noch ein langer Weg sein, denn die Fleischproduktion in der Petrischale stellt Forscher gleich vor mehrere Probleme. Diese beginnen bereits bei der Wahl der Zellen. Gewünscht sind Muskelzellen, diese lassen sich aber nur schwer vermehren. Die Hindernisse setzen sich bei der Nährlösung, dem nötigen Gerüst und künstlichen Verbindungen der Zellen fort. 

Wird das Ziel aber erreicht, könnte Fleisch aus dem Labor tatsächlich zum Essen der Zukunft werden. Ganz ohne Tierleid, Massenzucht und Belastung für die Umwelt. Und doch in so großer Menge, dass sich die gewachsene Weltbevölkerung davon ernähren kann. Eine Alternative zum traditionellen Fleisch ist aber nicht das Einzige, was die Wissenschaft Ihnen in Aussicht stellt. 

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Ist ein Ende des Tierleids in Sicht? 
Massentierhaltung mit all ihren Auswirkungen und Einschränkungen findet nicht nur zum Zwecke der Fleischgewinnung statt. Auch auf Legehennen treffen die genannten Faktoren zu, weswegen Alternativen zu Eiprodukten ebenfalls von Wissenschaftlern angestrebt werden. Allerdings wird hierbei ein anderer Ansatz verfolgt, als beim Fleisch. Die Eier sollen aus pflanzlichen Stoffen bestehen und das Hühnerei zumindest als Bestandteil in Fertigprodukten ersetzen.

Gelingt hier ein Durchbruch, könnte das nicht nur die Vielfalt an veganen Gerichten beträchtlich erhöhen. Die Umwelt wird davon ebenfalls profitieren, während gesunde Ernährungsmöglichkeiten im großen Maßstab – auch für die wachsende Weltbevölkerung – zur Verfügung gestellt werden könnten. Bisher sind derlei Produkte aber leider noch Zukunftsmusik. Vegetarische und vegane Alternativen hingegen nicht.