Ernährungstrends:
Die Zukunft des Essens

Ernährungstrends: Die Zukunft des Essens

Kochen ist Leidenschaft. Essen ist Genuss. Völlig zu Recht schwer im Trend. Doch es sind nicht nur spannende, aber schnelllebige Food-Trends, die unser Essverhalten heute und morgen prägen. Jenseits von Einhorn-, Zuckerwatte- oder Superfood-Trends rückt das Thema Ernährung an sich immer stärker auch in den Fokus der Trendforschung.


Die zentrale Frage: Wie werden wir morgen essen? Wie beeinflussen gesellschaftliche und klimatische Veränderungen unser Essen und unser dazugehöriges Essverhalten? Fragen, mit denen sich längst auch Forscher und Fachleute wie die renommierte österreichische Foodtrend-Expertin Hanni Rützler auseinandersetzen, um Antworten auf die Frage nach dem „Was wäre, wenn“ zu finden. Alles Zukunftsmusik?

Ernährung und Technik

Ernährungsingenieure? Gibt’s die wirklich? Aber ja! Denn jährlich kommen etwa 10.000 neue Lebensmittel auf den Markt, die erst einmal entwickelt und eingeschätzt werden müssen. Keine leichte Aufgabe. Aber eine spannende allemal, die auch Studierende der Studienrichtung Ernährung oder Ökotrophologie umtreibt. Studiengänge und Tätigkeitsfelder, die – wie die Lebensmittelverarbeitung und dazugehörige Produktionsabläufe – immer stärker an Bedeutung gewinnen werden. Denn mit steigender Komplexität des Phänomens Food wächst auch unser Bedarf nach Informationen – bei immer bunteren naturwissenschaftlichen und technischen Fantasien.

Ernährungstrends: Die Zukunft des Essens

Essen aus dem Drucker

Wir hatten bereits von einer der aufregendsten Neuerung berichtet, die nicht nur unter Tech-Enthusiasten seit wenigen Jahren der Hit ist: 3D-Drucker. Was die Bekleidungsindustrie allmählich für sich entdeckt, könnte auch unser Essen maßgeblich prägen. Denn Food-Printer haben das Zeug dazu, Restaurants und Haushalte – und damit auch unser Essverhalten – zu revolutionieren. Komplexe Formen und Strukturen zu drucken, das klingt ebenso aufregend, wie es Branchen wie das Bäckerhandwerk oder die Patisserie vor neue Möglichkeiten stellen wird. Geschmäcker aus dem Drucker? Auch das wird in (eher naher als ferner) Zukunft kein Ding der Unmöglichkeit mehr sein. Der italienische Lebensmittelkonzern Barilla hat jedenfalls bereits einen Pasta-3-D-Drucker vorgestellt, der die vielleicht komplexesten Nudel-Strukturen unter der Sonne Italiens produzieren kann.

Zukunftsfleisch und die Zukunft des Fleisches

Ernährungstrends: Die Zukunft des Essens

Schon heute spielt die Frage nach dem Ob beziehungsweise Wieviel an Fleisch eine zentrale Rolle auf unseren Speiseplänen. Denn die Fleischerzeugung hat Folgen für unseren Planeten. Die klare Prognose: „less & local“, also weniger und einheimisches Fleisch von Tieren im Einklang mit der Natur. Die steigende Nachfrage nach Fleisch, so die Prognosen, wird uns in Zukunft jedenfalls immer stärker zur Suche nach Alternativen zwingen. Die möglichen Szenarien: Tierische Proteine in Form von Insekten, vegane oder vegetarische Ersatzprodukte oder Laborfleisch. 2013 wurde jedenfalls der erste In-vitro-Burger von einem niederländischen Forscherteam vorgestellt. Damals mit einem Preis von etwa 300.000 Euro noch unbezahlbar, arbeiten Forscher an einer preislichen und geschmacklichen Entwicklung, die früher oder später kulinarische Realität sein wird.

Essen als Ausdrucksform

Bei allen (ernährungs-) wissenschaftlichen Debatten, technischen Fantasien und der Suche nach alternativen Proteinquellen wird Essen zukünftig aber wohl vor allem eines sein: Ausdrucksform. Und das mehr denn je. Denn gutes Essen steht (heute wie morgen) so hoch im Kurzs wie nie. Und unsere Geschmäcker werden tendenziell feiner. Gegessen wird bewusster, was nicht nur kleine Food-Manufakturen, sondern auch die großen Konzerne dazu bringt, sich mit unseren anspruchsvolleren Gaumen auseinanderzusetzen.

Wir wissen ja nicht, wie’s Dir geht, aber wir freuen uns auf das, was (auf unsere Teller) kommt.

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